Donnerstag, 17. März 2011

15.3. Rio de Janeiro: Zuckerhut

Unser Tag "startete" heute früh am Flughafen in Rio. An einer Phalanx von Taxischaltern konnten wir den Kapitalismus einmal live ausprobieren. Eigentlich ist der Preis fix, aber 10% gab es bei den ein oder anderen doch. Kurz nach 6Uhr verließen wir den Flughafen mit dem Taxi.
Das Taxi brachte uns in eine Gegend die früh am Morgen irgendwie unheimlich wirkte. Eine sehr steile Kopfsteinpflaster-Serpentinenstraße führte einen steilen Hang hinauf. Jedes Stück hang war dabei bebaut mit Häusern bzw. Wänden entlang der Straße.

Wir hielten an einer Tür an einer der Wände und klingelten. Das war der Eingang zum Hostel. Wir buchsierten unser recht schweres Gepäck ca. 15m über mehrere Treppen in die Höhe. Die Rezeption war besetzt, aber ohne englich Kenntnisse. Wir bekamen deshalb nicht unsere "Mastersuite" sondern die "White Suite", was ein weißes Zimmer mit eigenen Bad und 3Betten war. hmmmm... Aber wir waren so fertig, dass wir uns auf die Betten warfen und direkt einschliefen.

Gegen 10 wurden wir wieder wach und durchstöberten das Hostel. Wir wollten unsere Wäsche waschen lassen, was aber nicht ging, sondern man zeigte uns die Waschmaschine. Soviel zum Thema Laundry-"Service".

Als wir so unterwegs im Haus waren hörten wir eine junge Frau auf englisch Routen auskundschaften. Ich fragte was sie vor hätte und sie sagte auf englisch "Zuckerhut". Wir einigten uns darauf ein Taxi zu teilen und brachen auf. Sie war eine Israelin die in den USA aufgewachsen ist und war mit ihrer Mutter unterwegs. Zu viert war das Taxi erschwinglich.

Am Eingang zum Zuckerhut gab es ein kleines Missverständniss zwischen den Israelis und der Verkäuferin. Der Vorfall war nicht weiter schlimm, zeigte aber, dass die Mutter sehr darauf bedacht das alles "korrekt" verläuft und das auch einfordert. Das in Kombination mit der sprachbarriere machte die Sache nicht wirklich einfacher.

Der Zuckerhut war super. Wir hatten Sonne und leichten Wind und eine tolle Aussicht. Es gab eine Unmenge Fotos und auch einige Echsen die da lebten wurden geknipst.








Danach ging es wieder nach unten und wir wollten zum Christus auf den anderen Berg fahren. Wir fragten am Ausgang die Taxifahrer was es kosten sollte und bekamen direkt eine Tour vorgeschlagen. Das war nicht das was wir wollten so zögerten wir und sagten ab. Außerdem wollten wir ersteinmal Wasser kaufen und Geld holen. Als wir zurück kamen war kein Taxifahrer mehr da der Englisch sprach. Außerdem war uns nicht klar ob man bis hoch fahren kann, ob man die Tram nehmen muss oder Treppen steigen, wie hoch der Eintritt war etc. Wir fanden nach einigem Diskutieren (wo ich mich zurück hielt und den beiden Damen den Vortritt ließ) einen Fahrer der uns für 90$R hochfahren wollte, dort auf uns warten und danach uns zu einem weiteren Ziel fahren wollte.

Als wir auf dem Weg zu Christo waren hielten wir an einer Brücke wo man einen schönen Blick auf eine der Favelas hat. Dort blickte ich nach oben uns sah Christo komplett in Wolken verhüllt. Dem Fahrer war es egal, aber wir konnten ihn überzeugen uns für 30 ins Zentrum zu fahren. Der neue Plan war nun einen Havaianios-Shop zu suchen. Das sind die typischen FlipFlops die in Brasilien jeder trägt. Das Mädel hatte eine Adresse wo es die orginalen Havaianios günstiger geben sollte. Auf dem Weg lagen einige reine "FlipFlopShops". Am Ziel angekommen stellte sich heraus das die gesuchten Größen dort nicht verfügbar waren. Also gingen wir in einen der Shops zurück und kauften dort ein. Bei den Damen dauerte es irgendwie ewig, das mag daran gelegen haben, dass sie versuchten mit den Verkäufern um den Preis zu feilschen - mit allen Schickanen. Also komplett alles zurückgeben und Geld wieder haben wollen etc.



Als wir die Schuhe hatten begann es zu nieseln. Wir wollten noch ein paar der bedeutenden Gebäude im Zentrum ansehen und dann etwas essen und zurück. Wir kamen aber nicht wirklich vorwärts da die Mutter hier einma stehen blieb dann dort noch ein Saftshake bestellte. Da ich schon einen Hungerast hatte (wir hatten den ganzen Tag nichts gegessen), holten wir uns an den Straßenständen immer wieder etwas zu essen. Das war die beste Entscheidung, denn es gab wirklich reichlich zu kosten. Von Garnelenspießen über gegrillte Würstchen, Schaschlik und süße Snacks. Die SightSeeingTour fiel buhstäblich ins Wasser, da es immer stärker zu Regnen begann. Wir waren richtig durchgeweicht. Als es mit Regnen begann, schlugen wir das Angebot des Schirmverkäufers aus, am Ende hätten wir die 10$R wohl investerieren sollen.

Wir stiegen dann in einen Bus der uns Richtung Hostel brachte. Allerdings fuhren wir weiter den Berg hinauf da es oben noch Bars und Restaurants geben sollte. Die fanden wir auch, aber die waren größtenteils recht teuer. Erst zum schluss fanden wir eine Pizzaria wo wir uns noch eine Pizza teilten und etwas tranken bevor wir entgültig aufbrachen.


Fazit: Zuckerhut gesehen, Flipflops gekauft, Streetfood gegessen, durchgeweicht geworden, Wäsche nicht gewaschen und Mastersuite noch nicht bezogen. Durchwachsen würde ich sagen.

Und das sahen wir bei Nacht, wenn wir aus unserem Fenster schauten:
Blick über die Auffahrt zu Santa Terresa mit Rio Skyline und komplett in Lila die Kathedrale

14.3. Manaus - Rio de Janeiro

Heute konnten wir ausschlafen. Auf dem Plan stand eigentlich 2 zwei was:
1. Wollten wir erkunden wie die Busse zum Flughafen gehen.
2. Wollten wir versuchen noch eine Bootstour auf dem Amazonas zu machen.

Nach dem Frühstück, Duschen und zusammenpacken verließen wir 12Uhr unser Zimmer und lagerten unser Gepäck in der Rezeption ein. Dort fragten wir auch wie die Busse zum Flughafen fuhren. Wir erhielten eine Antwort, interpretierten sie aber wohl falsch und liefen so in die falsche Richtung. Wir gingen dann in eine Bank um es dort noch einmal zu versuchen. Die Idee dahinter: erstens sind die Banken klimatisiert und zweitens sprechen Geschäftsleute eher englisch als durchschnitts Brasilianer. Wir fanden auch jemand der uns etwas weiter helfen konnte. Aber so richtig zufrieden waren wir nicht.

Also versuchten wir eine Bootstour zu finden. Wir erinnerten uns an einen Typen der uns am Flughafen angesprochen hatte namens "Gero". Dessen Büro hatten wir schon mehrfach gesehen und eigentlich veranstaltet er solche Touren. Also gingen wir hin, aber das Büro war zu. Wir standen eine Minute davor und berieten uns. Auf dem Weg zurück sprach uns jemand in gebrochenen Englisch an und meinte das Gero da in dem Hostel wäre. Also sind wir da rein. Gero war zwar nicht da, aber ein recht junger Mitarbeiter von Gero. Anfänglich gab es ein paar Kommunikationsprobleme, auch das Budget was wir hatten war nicht das was eigentlich üblich wäre und außerdem waren wir zu spät. Aber egal, man versuchte etwas zu organisieren: Preis 340$R. Das war der Rest den wir noch übrig hatten.

Der junge Kerl organisierte ein Taxi mit dem wir zum großen Hafen von Manaus fuhren. Der liegt ein paar Kilometer außerhalb der Stadt. Dort stiegen wir in ein kleines Aluminiumboot, solche wo sonst Grüppchen von 10Personen rumgeschippert werden.
Wir fuhren dann zum Zusammenfluss des Rio Negro und des Rio Solimões der hell graues Wasser führt. Das Wasser des Rio Negro ist deutlich wärmer als das des Rio Solimões. Letzterer entspringt einem Gletscher während der Rio Negro aus Quell- Regenwasser gespeist wird. Durch die unterschiedlichen Temperaturen, Fließgeschwindigkeit und Wasserzusammensetzung (Rio Solimões eher Sand und Ton, Rio Negro eher zersetzte Blätter und Humus aus den Wäldern) mischen sich die Flüsse nicht wirklich sondern fließen kilometerweit nebeneinander her.







Dort angekommen gingen wir eine Runde im Amazonas baden. Wenn man einige Minuten im ca 23°C "kalten" Rio Solimões geschwommen ist und dann ins Rio Negro Wasser kommt ist das wie eine warme Badewanne.
Probleme gab es dann als wir wieder an Bord sollten. Nico als geübter Kletterer kam recht Fix die Bordwand an der Seite hoch. Als ich das versuchte kenterte fast das kleine, nahezu leere, Aluminiumbötchen. Hmmm... Die Anweisung lautete also vorn direkt am Bug hoch zu klettern. Dort wo es am höchsten ist... Wie ich es auch probierte, es ging nicht. Am Heck gab es nichts wo man sich festhalten konnte und an der Seite bekam der Kapitän Angst ich könnte sein Schätzchen zum kentern bringen. Kurzzeitig spielte ich mit dem Gedanken einfach den Halben Amazonas durch zum Ufer zu schwimmen. Vermutlich keine gute Idee. Am Ende ist es wie so häufig Hirnschmalz der einen weiter bringt. Ich ließ ein Seil als Trittschlaufe binden und mit etwas Anstrengung kam ich schlussendlich wieder an Bord. Nicos Argument mal mit zum Bouldern (Hallenklettern) zu gehen, konnte ich aber nichts entgegensetzen. Ich war auch etwas zu geschafft dafür. ;)

Dann fuhren wir wieder in die Stadt und ich fragte was wir noch machen können für unsere 340$R. Es sollte eine Stadtführung geben und noch die Oper. Also gingen wir zur Oper, aber die Führung startete erst in 45min. Also schlug uns unser Jugendlicher Guide vor zu einem Nahegelegenen Park zu gehen. So richtig prickelnd fanden wir das beide nicht in der schwühlen Hitze rumzuwandern bevor wir in die Oper gingen, aber wir gingen trotzdem mit, auch weil er uns anbot später in Geros Office duschen zu können. Er erzählte uns etwas über die Gegend, und das neben dem Park neue staatliche Wohnungen gebaut wurden um die Armut einzuschränken, dass vorher dort viele Dealer gewohnt hätten und die Polizei sich nicht hintraute. Jetzt wohnten die Dealer immer noch dort, aber es wäre (tagsüber) sicherer. Wir erzählten ihm auch, dass wir gestern im Dunkeln ein Stück durch Manaus gelaufen waren und er sagte nur: "Are you crazy!?" Er währe dort selbst schon mehrere Male ausgeraubt worden. Nico fragte ob die Gangster hier Pistolen oder Messer hätten und er meinte, dass man sich das raussuchen könnte. ;)
Einerseits mag sein Pech bestimmt daran liegen, dass er etwas bubi-mäßig aussieht und damit mit seinem iPhone ein leichtes Ziel abgibt, andererseits hatten wir vermutlich wirklich einfach Glück. Er meinte, die Gangster dort vermuteten bestimmt, wir seien Polizei in Zivil und hätten uns deshalb nicht angegriffen.

Krankenhaus


Unser Guide brachte uns dann zur Oper und verabschiedete sich bis auf weiteres. Wir machten dann die Tour durch die Oper mit die prächtig ausgestaltet war. Überall helles und dunkles Holz welches die Beiden Flüsse repräsentierte (so war nebenbei auch der Platz vor der Oper gepflastert).





Danach gingen wir zu Geros Büro, doch das war zu. Niemand da. Wir suchten noch die direkte Gegend ab, weil ein paar Leute vor dem Hostel meinten Geros Mitarbeiter säßen öffters in den Cafes der Gegend, aber nichts zu sehen.
Also gingen wir etwas enttäuscht in unser Hotel. Das Taxi sollte uns dort 10Uhr abholen.

Montag, 14. März 2011

13.3. Manaus: Amazon Tree Climbing

Der Tag begann früher als üblich, da unsere Tour um 8Uhr starten sollte. Allerdings wussten wir nicht, ob Eduardo unsere letzte Mail bezüglich unseres Hotelwechsels bekommen hatte. Deshalb war das Frühstück etwas in Eile. Nico brach dann zu unserem alten Hotel auf, um dort auf die Tree Climber zu warten. Ich blieb in der Lobby des Hotel Manaus.
Kurz nach 8 kam dann Eduardo und wir holten Nico am anderen Hotel ab - was gar nicht so leicht war, da die Innenstadt komplett mit Einbahnstraßen durchzugen ist - 2-3 spurigen Einbahnstraßen.

Nachdem wir den Papierkram (Versicherung, Gesundheitsinfos etc) hinter uns gebracht hatten, ging die Fahrt los. Wir fuhren ungefähr 1h Richtung Norden auf der einzigen Straße die Manaus mit der Aussenwelt verbindet (einzige andere Transportwege sind per Schiff über den Amazonas oder per Flugzeug). Während der Fahrt unterhielten wir uns mit Eduardo, der recht viel herumgekommen ist und scheinbar mittlerweile ganz gut verdienen muss, da er ab und an selbst um die Welt tourt um Urlaub zu machen.

Wir bogen dann nach links ab auf eine rote festgefahrene Dreckpiste in den Dschungel. Allerdings endete diese an einem Hostel im Dschungel. Dort parkten wir und gingen zu Fuß noch 5-10Min durch den Wald.
Wir kamen an einem riesigen Angelim Baum an. In ca. 44m Höhe war eine Astgaben zu der wir hochklettern wollten.



Die Jungs bereiteten die Ausrüstung vor, wärend wir die nächste Umgebung erkundeten. Auf den Baum hoch führte bereits eine dünne Schnur, mit der das erste Seil hochgezogen wurde. Dann kletterte der Begleiter von Eduardo hoch und machte die nächsten Seile fest. Nach ungefähr 20min erhielten wir dann unsere Kletter Einweisungen. Das "Jojo" System was wir benutzen war für Industriekletterer gemacht und bot den Vorteil, das man die Hände frei hatte. Das System verharkte sich dann im Seil und man konnte nicht abrutschen. Nachteil des Systems war es, dass wir deutlich langsamer hochkamen als die beiden Guides.



Dann ging es los. Die schwühle Hitze am Boden machte das Klettern nicht einfacher. Wir arbeiteten uns langsam vorwärts, pro Zug ca. 20cm. Nach ca. 1h und mehren Pausen kamen wir total verschwitzt an der Astgabel an. Die Höhe war kein Problem, da man sich ja vom Boden ab hochgearbeitet hatte. Eduardo zug uns dann an den Ast heran und wir schwangen uns darauf. Komisches Gefühl - eigentlich wusste man, dass man nicht runter fallen konnte, aber sobald man auf dem Ast war war es schon etwas flau im Magen. Wir machten nun dort, in luftiger Höhe bei einer leichten Briese, unsere Mittagspause mit ein paar Süßigkeiten als Snack. Dann wurden noch Fotos gemacht. Ich wurde etwas mutiger und stellte mich auf den Ast was deutlich bequemer war. Als wir wieder absteigen wollten kam eine Baumechse vorbei, von der uns Eduardo erzählt hatte. Sie war grün mit schwarzen und blauen Streifen. Eine Schrecksekunde gab es, als Nico seine Kamera einsteckte und kurz darauf etwas vom Baum viel. Wir dachten es wäre die Kamera gewesen, aber es war nur ein Karabiner, der sich von meinem Gürtel gelöst hatte (an dem hatte ich meine Kamera befestigt und als ich diese abgemacht hatte, war er rausgerutscht). Danach ging es wieder runter, was dank des Abseilsystems ("ID") total einfach war. Wir packten unsere Sachen zusammen und gingen zu Auto.



Dort tauschten wir unsere Klamotten (es gab im nahegelegenen Ho(s)tel Toiletten wo wir uns umziehen konnten) und dann ging es weiter zum Wasserfall.

Der Wasserfall war nochmal ca 2km tiefer im Dschungel aber durch die Piste erschlossen. Auf dem Parkplatz davor standen einige Autos und am Zugang saß ein Kasierer. Wir gingen durch und liefen auf einem Weg zum Wasserfall der uns an alten Steinblöcken vorbeiführte die abgerundet und mit Höhlen durchzugen waren. Eduardo erzählte uns, dass der Amazonas einst sein Bett hier hatte und er diese Blöcke so abgeschliffen hatte.

Das Rauschen wurde immer lauter und dann sahen wir den Wasserfall: ca. 10m hoch, 20-30m breit und gewaltig tösend und brausend. Eduardo meinte, dass er ihn nur 1x mit soviel Wasser zuvor gesehen hätte. Wirklich beeindruckend.



An den Stellen wo sich das Wasser wieder beruhigte saßen am Ufer viele brasilianische Touristen(?) und badeten. Das machten wir auch. Das Wasser war rötlich-golden, was durch die vielen Blätter kommt die ins Wasser Fallen und am Grund mit der Zeit verrotten. Aber es war Süßwasser und keinesfalls schmutzig. Problem beim Baden waren eher die vielen Steine die unter der Wasseroberfläche lagen. Man konnte ein Stück weit auf diesen Steinen Richtung Wasserfall laufen, allerdings musste man aufpassen, dass die starke Strömung einem nicht die Beine wegzieht. Wenn man erstmal ins Rutschen kommt ist das etwas heikel, da man die nächsten Felsen halt nicht sieht, deshalb immer mit den Füßen vorran flussabwärts.
Wir badeten dann noch eine Weile und machten Filmaufnahmen mit Nicos Unterwasserkamera und bekammen sogar einige Fische vor die Linse (was wir bei dem ein oder anderen Video erst im Hotel gemerkt haben).



Dann ging es zurück ins Auto und wieder in die Stadt. Auf dem Weg nach Manaus fragte ich Eduardo nach einem guten Restaurant und er empfahl uns das "Banzeiro". Allerdings war das ca. 2km von unserem Hotel entfernt.

Nachdem wir im Hotel abgesetzt und frisch geduscht waren, wollten wir zum Banzeiro aufbrechen. Es war zwar schon dunkel, aber es sollte ja ein gutes Restaurant sein. An der Rezeption versuchte ich dem Hotelangestellten zu verklickern, dass er uns bei Google-Maps die Route ausdrucken sollte. Schlussendlich habe ich mich an den Rechner gesetzt und es selber gemacht.
Dann liefen wir los. Am Anfang war alles easy, die Leute guckten halt etwas überrascht, als wir durch die Straßen gingen. Dann bogen wir nochmal ab und liefen durch "touristisch unerschlossene Teile" der Stadt. Gruppen von Jugendliche die um ihre Autos herum standen ließen wir auf der anderen Straßenseite liegen und liefen weiter. Es wurde uns schon etwas mulmig. Noch dazu war es warm und Manaus ist auf Hügeln gebaut, d.h. der Weg war auch noch anstrengend. Wir versuchten uns dann auf der Karte zu orientieren und merkten, dass wir wohl ordentlich falsch abgebogen waren. Nachddem wir wieder auf dem richtigen Kurs waren kamen wir schlussendlich am Friedhof vorbei zum Restaurant. Endlich! Wir wollten rein und...

...das Restaurant war zu. *!%@§%&!!! Wir gingen in die Pizzaria gegenüber und bestellten uns ein Bier. Leider gab es dort nur ein Rodizio (AllYouCanEat) was uns einfach zu teuer war. Also brachen wir wieder auf und liefen zurück. Diesmal aber auf dem direkten Weg ohne Umweg durch die Favelas. Im Hotel angekommen entschlossen wir uns im Hotelrestaurant zu essen. Die Preise waren (für ein Hotel) wirklich günstig und das Essen auch gut. Die Tour durch Manaus wird auf alle Fälle in Erinnerung bleiben.

12.3. Manaus: Hotelwechsel / Stadttour

Wir erwachten überraschen gut erholt, aber am Zimmer und unserem Entschluss hatte sich nichts geändert.
Nach dem Frühstück gingen wir eine Runde um das Theater spazieren und suchten nach alternativen Hotels. Wir fanden das "Hotel Manaus" was deutlich nobler rüber kam. Dort fragten wir ob noch ein Zimmer frei wäre, was es kostete und ob wir es besichtigen könnten. Das war kein Problem - es gab Schränke, frische Luft und ein Fenster wo man sogar das Theater sehen konnte. Preislich war das Zimmer nur 4€ die Nacht teurer. Ok.



Wir gingen zurück ins Hotel de Largo, sagten wir seien unzufrieden mit unserem Zimmer und wöllten ein anderes haben. Man zeigte uns ein anderes, welches zwar ein Fenster hatte aber genauso winzig war wie das erste. Also bezahlten wir und gingen.

Nach dem Einchecken im neuen Hotel gingen wir durch die Stadt spazieren.





Auf dem Weg zum Hafen pulsierte das Leben. Ganze Straßen waren als Markt umfunktioniert, wo in den kleinen Ständen alles mögliche verkauft wurde. Unterwegs wollten wir etwas zu trinken in einem Discounter kaufen. Es war gerade Mittagszeit und alle Leute wollten einkaufen. Kein Problem wenn die Verkäuferinnen nicht jedes Produkt einzeln einscannen und dann für den Kunden auch noch in Tüten einpacken. Toller Service zwar, aber es dauerte ewig bis wir unsere Flasche und bisschen Knabberkram da raus hatten.

Zuerst gingen wir zum schwimmenden Hafen am Fluss.



Von da aus schlenderten wir zum Markt, der in einer großen Halle untergrbracht war. Die Halle war unterteilt in kleine Verkaufsstände die jeweils zwischen 2 und 10qm groß waren. Es gab Fisch, Fleisch (das sehr "interessant" roch), Früchte, Gemüse, Gewürze usw. Die Gänge waren recht eng und überall waren Menschen unterwegs.

Ich suchte nach einen Verkaufsstand an dem man verschiedene Früchte kaufen konnte. Wir fanden einen außerhalb der Halle in einem Haus gegenüber. Dort kauften wir mal vorsichtig ein paar Früchte für weniger als 1€. Ich schlenderte noch einmal durch die Halle und kam an einem Stand mit Maracujas vorbei. Ich schaute mich um sah aber keinen Händler. Aber es kam gleich jemand der mir eine Frucht aufschnitt und mir anbot. Die waren köstlich, also wollte ich eine kaufen. Schupps war die Tüte voll mit 2kg. Ich nahm dann 1kg für knapp 1€ was sehr ok ist wie ich finde.




Als nächstes gingen wir zu einen Park der laut Reiseführer vor ein paar Jahren noch eine Favela war und einfach platt gemacht wurde. Der park hätte nur den Nachteil, dass das Bächlein immer noch total verdreckt wäre und das war wirklich so.
Der Park wurde überragt von einer riesigen genauer RIESIGEN! Fahne des Bundesstaates Amazonas. Die Flagge war bestimmt höher als das ein oder andere Haus und der Mast selbst bestimmt 50m hoch.




Danach gingen wir wieder ins Hotel. Ich merkte, dass wir nichts zu trinken hatten und bin noch einmal raus. Leider waren die Geschäfte in den Straßen wo ich war schon alle zu, so dass es länger dauerte als geplant um etwas zu kaufen. Nico machte sich schon sorgen und wollte mich suchen gehen. Aber ich war zurück bevor er aufbrechen wollte. Mit dabei das Erfrischungsgetränk Brasiliens: Limonade mit Guarana-Geschmack.

Ich besorgte aus dem Restaurant des neuen Hotels noch einen Teller sowie Messer und Löffel und dann machten wir uns an die gekauften Früchte. Das Kilo Maracujas schmolz sehr schnell, die gekaufte Papaya wurde ausgelöffelt und eine kleine gelbe Feigenartige Frucht die sich nach Google Recherche als Guave herausstellt. Solange sie grün sind, scheinen sie noch nicht reif zu sein.

Am Abend sind wir nochmal raus um was zu essen. Ein Amerikaner der fließend portugisisch sprach empfahl uns ein Restaurant, aber dies konnten wir leider nicht finden. Wir haben dann durch zufall eins gefunden, das auch im Reiseführer stand. Dort haben wir uns einen panierten Fisch bestellt. Das war zwar ok, aber kulinarisch keine Offenbarung.
Danach sind wir zurück da es morgen früh los geht.

11.3.11 Onkel!

Heute ist Nico Onkel gewurden: Dina hat das Licht der Welt erblickt. Alles Gute zum Geburtstag Dina! :)
Und herzliche Glückwünsche an die Eltern Kerstin und Falk.

11.3. Salvador - Manaus

Gegen 9 gabs heute Frühstück. Die Pseudo-Currywurst konnten wir leider nicht wie erhofft gegen Rührei eintauschen. Ansonsten war es wie gestern. Die frischen Fruchtsäfte sind klasse.

Ca. 10Uhr sind wir dann an den Strand. Ich hatte diesmal die Taucherbrille dabei und Nico eine wasserdichte Kompaktkamera. Wir machten ein paar Unterwasserbilder bevor wir uns an den Strand legten. Als die Wolken sich heute zum ersten mal wirklich zurück zogen, spührte man wie stark sie eigentlich vom Himmel brannte. Der Sonnenschutz war bitter nötig. Ich flüchtete häufiger ins Wasser.

Rechts im Bild unser Hotel - Wir hatten das Zimmer im zweiten Stock rechts.



Gegen 12:30 sind wir dann wieder aufs Zimmer gegangen. CheckOut war 14Uhr. Nach dem Duschen sammelten wir unsere Sachen zusammen und es kam dann doch etwas Hektik auf. Aber alles war gut und wir konnten unser Gepäck beim Chef im Büro abstellen da wir erst 17:30 zum Flughafen aufbrechen mussten.

Dann gingen wir nach nebenan essen. Es gab ein AllYouCanEat Buffet mit allerlei Brasilianischen Speißen für 15$R p.P. Einige Sachen waren richtig lecker wie z.B. der Fisch verschiedene Fleischstücken oder die ein oder andere Sättigungsbeilage.

Danach gingen wir wieder in die klimatisierte Lobby unseres Hotels und nutzen dort das WLAN. Ich versuchte per Skype zu Hause jemanden zu finden aber niemand war da. Da schaute ich ob andere Bekannte Skype nutzten - und tatsächlich - Markus aus Dresden hatte Skype und war Online. Also rief ich einfach mal an und wir quasselten eine Weile - also ich und Nico, da Markus kein Micro hatte. Er antwortete per Chat.

Gegen 17:30 ging ich zum Chef und fragte wie die Busse Richtung Flughafen fahren. Er sagte alle Halbe Stunde und das wir uns beeilen sollten, da jetzt Rushhour wäre und wir sollten einen kleinen klimatisierten Bus nehmen, da der schneller durch den Verkehr käme. Also starteten wir los und warteten auf einen Passenden Bus. Aber es kamen entweder Busse mit falschem Ziel oder aber überfüllte Busse. Endlich kam ein kleiner klimatisierter Bus Richtung Aeroporto. Den winkten wir ran. Ich schaute den Fahrer fragend an, ob wir mit unserem Gepäck da noch reinpassen würden. Aber er lachte, packte unsere Koffe neben den Eingang auf einen Haufen und wir pressten uns noch rein. Die Fahrt verlief recht gut und wir kamen rechtzeitig am Flughafen an.

Am CheckIn fiehl uns auf, dass wir unsere Gepäckstücke nicht richtig aussortiert hatten, also raus aus der Schlange und umschichten, so dass die Getränke im Gepäck und die Vase im Handgepäck landete. Dann wurde eingecheckt und in einer ziemlich Warmen, weil unklimatisierten aber modern verglasten, Wartehalle gewartet.

Nach dem Nachtflug kamen wir 2Uhr oder 1Uhr in Manaus an. So sicher waren wir uns da nicht. Erst im Taxi bestätigte es sich, dass Manaus noch eine Zeitzone weiter im Westen lag. Wir bezahlten am Flughafen das Taxi und dann ging es zu unserem Hotel. Wir wussten, dass es direkt am Amazonastheater, einem Wahrzeichen von Manaus, liegt. Das Taxi hielt in einer etwas unschönen Seitenstraße. Das sollte das Hotel sein? Ok. Wir gingen rein und es war schon in der Lobby muffig. Dann gab man uns den Schlüssel für unser Zimmer und wir gingen hin. - Nö! Das soll unser Zimmer für 70€ pro Nacht sein!?
Wir waren tot müde also schliefen wir trotzdem in diesem Kellerloch ohne Fenster das total muffig roch und kaum Platz für unser Gepäck bot. Morgen müssen wir das ändern!

10.3. Salvador

Heute früh klingelte 5Uhr Ortszeit der Wecker - Mist, vergessen das Ding auszuschalten. 4h später schälten wir uns aus unseren Betten und machten uns auf zum Frühstück.

Es gab eine Zusammenstellung von verschieden Minibrötchen, eine Art Currywurst und 2 große Stücken einer melonenartigen Frucht. Dazu gab es Kaffee und frische Fruchtsäfte - wir nahmen den Melonensaft.

Nachdem wir uns sortiert hatten versuchten wir an der Rezeption herauszufinden mit welcher Buslinie wir ins Zentrum kommen. Sowas wie Nummer kennt man hier nicht. Die Busse haben definierte Ziele, und wenn man weiß welches das richtige ist, steigt man einfach ein. Klimatisierte Busse kosten 3$R normale 2,30$R.

Nach ca 30min waren wir im Zentrum auf dem Polorino (Weltkulturerbe). Dort haben wir den "Fahrstuhl" der Oberstadt mit Unterstadt verbindet fotografiert und direkt ein paar Amerikaner getroffen mit denen man sich unterhalten konnte. Von der Aussichtsplatform aus haben wir dann etwas weiter unten einen verlassenen Balkon/Terasse gesehen zu dem wir dann hingegangen sind. Kein Turi dort weit und breit. Danach sind wir noch einmal hoch und haben das das Rathaus besichtigt, welches einen sehr schönen terassenartigen Garten hat.






Ich schwitze wieder wie wahnsinnig. Jeder Schluck Wasser strömte mir quasi direkt wieder übers Gesicht. Wahnsinn. Mein Körper gewöhnt sicher an die Hitze eher langsam. Nico hatte damit weniger Probleme. Ihm helfe wohl die Sauna die er regelmäßig besucht.

Vom Fahrstuhl sind wir dann weiter ins Zentrum gegangen, wo wir überall die Reste des Carnevalls gesehen haben. Überall wurden Tribünen abgebaut und die Deko bzw Werbung hing noch.





Wir "fanden" eine verlassene Kirche und ein nettes Cafe mit guter Aussicht über den Hafen.

Nach ungefähr 5h wollten wir wieder zurück. Auf dem Rückweg kauften wir noch was zu trinken, vermutlich zu teuer. Eine Wasserverkäuferin, die wir erst links liegen lassen wollten, sprach uns auf Deutsch an und erzählte uns etwas über die kleinen Nascherein die es an der Straße gab. Die waren mit ihrer Hilfe auch gar nicht so teuer wie sonst alles. Als dankeschön kauften wird von ihr auch noch eine Flasche und dann ging es zum Busterminal. Eine ältere Dame half uns bei der Bussuche, ohne das wir sie darum gebeten hatten. Sehr freundlich.

Nachdem Nico alle eMail anfragen beantwortet hatte wurde es auch schon wieder dunkel - wir befinden uns nahe am Äquator, da wird es sehr plötzlich dunkel. Wir sind dann erstmal nach nebenan Abendessen gegangen. Es gab Feijoada , das sind Bohnen, Reis und billige Fleischreste wie Magen, Wellfleisch, Rippchen etc. Dazu gab es etwas das aussah wie Tomatensalat. Allerdings war das die Gewürzmischung und die hatte es in sich, so scharf war die. Aber damit war auch das abgedrehteste Fleisch genießbar.
Anschließend sind wir nochmal ins Wasser bevor wir wieder aufs Zimmer sind. Jetzt bin ich müde und muss ins Bett.